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Black Music auch Blackmusic ist ein Überbegriff für mehrere Musikrichtungen, welche Anfang der 1920er Jahre entstand. Heute versteht man unter Black Music die verschiedensten musikalischen Stile die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts aus der traditionellen Musik der amerikanischen Sklavenkultur entwickelt hat. Der Begriff „Afroamerikanische Musik“ wird auch synonym für die Black Music der USA benutzt und in diesem engeren Sinne von der afro-lateinamerikanischen Musik unterschieden.


Die für die Arbeit auf den Baumwollfeldern aus Afrika nach Amerika verschleppten Sklaven vermischten ihre Musiktraditionen mit Polka, Walzer und anderer europäischer Musik. Die wichtigsten Elemente dieser Musik sind Jazz, Funk und Soul, welche immer kombiniert sind und somit einen sehr rhythmischen Takt (Merkmal der Blackmusic) erzeugen.

Die Black Music nahm unter menschenunwürdigen Umständen ihren Anfang. Im 17. Jahrhundert wurden Westafrikaner brutal gefangen und in die damaligen Südstaaten verschleppt, um dort als Sklaven zu dienen. Während sie auf den Baumwollfeldern Sklavenarbeit verrichten mussten, trösteten sie sich mit Melodien und Verstexte aus ihrer Heimat. So entstanden die Worksongs: Die Keimzelle der Black Music. Als improvisierter Wechselgesang zwischen Vorsänger und Gruppe diente der Worksong sowohl der Verständigung als auch der Abwechslung bei der monotonen Arbeit und dürfte den grausam entwurzelten Menschen eine gewisse emotionale Wärme geschenkt haben.

Durch das Bestreben nach einer freien und besseren Zukunft entstanden zeitgleich mit den Worksongs die Spirituals. Deren religiöse Texte prangerten die Sklaverei an, und ließen den Sklaven das Vertrauen auf Gott festigen, dass er ihnen eines Tages die Freiheit zurückgeben würde. Das Spiritual „Go, Tell It On The Mountains“ hat die Zeiten überdauert.

Aus den Spirituals wurden die Gospelgesänge (von engl.: Evangelium).Durch die vermehrten afroamerikanischen geistlichen Gemeindegründungen, die diese Entwicklung nach dem Bürgerkrieg und die damit verbundene Aufhebung der Sklaverei ermöglichte, wurden die Spirituals zu anerkannten Kirchenliedern. Die sogenannten Gospels waren die religiöse Musik afroamerikanischer Kirchengemeinden und wurden bei Gottesdiensten gesungen. Ein erstes Kirchengesangsbuch dieser Zeit stammt von Philipp P. Bliss: „Gospel Songs, A Choice Collection Of Hymns And Tunes“ (1874). Der wohl bekannteste Gospel-Titel ist „Oh Happy Day“.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts formte sich der Blues. Die afrikanischen Wurzeln hatten sich inzwischen mit anderen, auch europäischen Einflüssen, verbunden und den Weg für neue multikulturelle Entwicklungen freigemacht. Der Blues trägt inhaltlich und melodiös eine gefühlsbetonte Traurigkeit. Es war zunächst eine Ausdrucksmöglichkeit den gesellschaftlichen Druck des Afro-Amerikaners darzustellen. Diese blaue Form des melodiösen Wehklagens wurde durch Bessie Smith populär.

Um 1940 wurde der ursprüngliche Blues zum akzentuierten Rhythm and Blues (R&B) ausgearbeitet und entwickelte sich zum Ende des zweiten Weltkrieges einem Musikstil, der nur der Unterhaltung dienen sollte. Louis Jordan wurde damit berühmt und animierte durch seinen Erfolg Ike und Tina Turner zu einer mehr gitarrenlastigen Interpretation ihres Musikstils. R&B war als U-Musik so erfolgreich, dass weiße Musiker ebenfalls damit experimentieren wollten: Das war die Geburtsstunde des Rock’n Roll mit Chuck Berry.

Die Soulmusik war nicht nur von Gefühlen geprägte Musikrichtung. Diese Musik war durch ihre damals kontroversen Texte auch ein musikalisches Sprachrohr der Bürgerrechtler. Die Soulmusik war ein direkter musikalischer Nachkomme von R&B und Gospel und entwickelte sich Ende der 1950er Jahre. In den 60ern wurde Soul mit schwarzer Pop-Musik praktisch gleichgesetzt und die Songtexte galten in der weißen Gesellschaft als obszön und gesellschaftsrevolutionär. Die Titel von Dionne Warwick (zweimalige Grammy-Preisträgerin), James Brown („Say It Loud – I’m Black And I’m Proud“; 1968) und Aretha Franklin („Respekt“; 1967) sprechen für sich.
Die Jazzmusik, zumindest in seinen wesentlichen Stilrichtungen, ist ebenfalls eine Form afroamerikanischer Musik. Ehemalige Negersklaven in New Orleans begründeten diese Musikform um 1900 und brachten damit eine enorm wandlungsfähige Stilrichtung auf, die sich auch heute zahlreicher Liebhaber erfreut. Jazz ist in seiner kulturellen Bedeutung der europäischen klassischen Musik gleichzusetzen.

Ende der 60er Jahre schien alles, was sich inzwischen klanglich ausdifferenziert hatte, wieder zusammenzufließen. Im Funk verschmolzen Soul, R&B und Jazz und begründen Disco, Hard Rock und Hip-Hop als Lebensgefühl. Funk ist eine ausgesprochen rhythmische und mit Synkopen gespickte Musik, die mit Bläsern, Bass und Rhythmusgitarre direkt in die Beine geht. Der unvergessene James Brown hat als „Sex Machine“ den Funk unsterblich gemacht.

Anfang der 80er Jahre findet sich im Rap das ursprüngliche Frage- und Antwortthema fast in Reinkultur wieder. Zwei oder mehr Künstler liefern sich ein wechselseitiges Sprechgesangsduell auf der Basis reiner Improvisation. Abgesehen von weißen Ausnahmeerscheinungen wie Eminem oder den Beasty Boys ist die afroamerikanische Musik jetzt auch fast wieder komplett in schwarzen Händen, wie Run-DMC und LL Cool J zeigen.

Die aktuellste Entwicklung im Bereich der Black Music ist die Hip-Hop-Musik. Sie hat ihre Wurzeln in der schwarzen Funk- und Soul-Musik. Hip-Hop bezeichnet nicht ausschließlich eine Musikrichtung, sondern auch eine Jugendkultur,mit den Elementen Rap, DJing, Breakdance und Graffiti-sprühen. Der Rap (Sprechgesang), der aus der jamaikanischen Tradition des Toasting entstand, das Samplen und das Scratchen sind weitere Merkmale dieser aus den schwarzen Ghettos der USA stammenden Musik.

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